[Januar 2009] Die Zukunft vor Augen: 50 Jahre Varilux von Essilor
Was wäre die Augenoptik ohne das Gleitsichtglas? Unvorstellbar! Was die Branche heute maßgeblich prägt, begann vor 50 Jahren mit einer kühnen Idee.
Erfindungen gibt es viele. Einige von ihnen sind schnell vergessen, andere setzen sich dauerhaft durch. Doch nur wenige sind so bahnbrechend, dass ihr Einfluss nach 50 Jahren noch unvermindert ist. So eine Erfindung ist das Varilux Gleitsichtglas. Einfach, aber genial. Unauffällig, aber unverzichtbar. Ausgangspunkt für eine neue Art des Sehens und die Erschließung eines riesigen Marktes.
Die Befreiung des Blicks
Vor 50 Jahren fand eine wahre Revolution des Sehens statt: Das Varilux Gleitsichtglas befreite den Blick, indem es erstmals stufenlos scharfes Sehen in allen Bereichen ermöglichte. Für Presbyope bedeutete dies einen riesigen Gewinn an Lebensqualität. Das Konzept Gleitsichtglas ist so überzeugend, dass die Alternativen wie Bifokalgläser heute nur noch einen minimalen Anteil der verkauften Gläser ausmachen. Damit hat das Gleitsichtglas nicht nur für Brillenträger eine enorme Bedeutung, sondern auch für die gesamte Branche. Für Brillenglashersteller wie Augenoptiker ist es zum wichtigsten Produkttyp geworden – mit dem größten Innovationspotenzial und den höchsten Margen.
Dieser Erfolg basiert auf einer großen Pionierleistung: angefangen bei der kühnen Vision des jungen Ingenieurs Bernard Maitenaz bis hin zu den langjährigen intensiven Maßnahmen zur Bereitung des Marktes. Bis heute setzt Essilor im Bereich Gleitsichtgläser immer wieder neue Akzente. Jährlich investiert das Unternehmen rund 5 Prozent des Umsatzes in die Varilux-Forschung und beschreitet dabei immer wieder neue Wege – stets mit dem Ziel, den Menschen zu besserem Sehen zu verhelfen. Die hohe Innovationskraft und Qualität der Varilux Gläser wird regelmäßig durch die Fachwelt bestätigt – unter anderem mit der Verleihung der begehrten Auszeichnung Silmo d’or. Zuletzt erhielt das neue Premiumglas Varilux Ipseo New Edition den Silmo d’or 2008 in der Kategorie Brillenglas.
Alles beginnt mit einer Vision
Ein Brillenglas, mit dem Presbyope wieder auf alle Entfernungen stufenlos scharf sehen können? Das hätte lange Zeit niemand für möglich gehalten – niemand außer Bernard Maitenaz. Der junge Ingenieur des Unternehmens Essel, das sich später mit dem Wettbewerber Silor zu Essilor zusammenschloss, verfolgte seine Vision eines progressiven Brillenglases ausdauernd über viele Jahre hinweg. Schon 1953 meldete er sein erstes Patent an.
Bernard Maitenaz war beseelt von dem Wunsch, presbyopen Brillenträgern wieder komfortables Sehen zu ermöglichen. Der „geteilte“ Blick durch das Bifokalglas erschien ihm schlichtweg nicht akzeptabel. Er entwickelte deshalb Gläser mit komplexeren Kurven als alle bis dahin bekannten Korrektionsgläser, die unterschiedliche Progressionslängen stufenlos abbilden konnten.
Produktionsvoraussetzungen werden geschaffen
Doch Maitenaz beschäftigte sich nicht nur damit, die Oberfläche der Gläser zu berechnen, sondern schaffte auch wichtige Voraussetzungen für ihre Produktion. Denn die Fertigungsprozesse und Prüfmittel, die damals verwendet wurden, waren für die Herstellung von Gleitsichtgläsern völlig ungeeignet. So begann Maitenaz, der sowohl Augenoptik als auch Maschinenbau studiert hatte, zusätzlich mit der Entwicklung entsprechender Maschinen und Verfahren. Ein langer und schwieriger Prozess, der schließlich die industrielle Fertigung von Gleitsichtgläsern möglich machte.
Die Vision wird Wirklichkeit
Als das Varilux Gleitsichtglas 1959 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, schwankten die Reaktionen zwischen großer Faszination und tiefer Skepsis. Unter anderem wurden die damals noch recht deutlichen Verzerrungen (Aberrationen) an den Glasrändern kritisch betrachtet. Bernard Maitenaz ließ sich dadurch nicht beirren. Denn er erkannte schon damals, dass das Sehen mehr im Kopf als im Auge selbst stattfindet. Mit der Zeit filtert das Gehirn die Verzerrungen an den Seiten automatisch heraus, so dass sie nicht mehr bewusst wahrgenommen werden. Auf diese Weise „lernen“ die meisten Brillenträger schnell, komfortabel durch das Gleitsichtglas zu sehen.
Eine andere Schwierigkeit in der Frühzeit der Gleitsichtgläser war, dass viele Augenoptiker zunächst Probleme mit der Einpassung der Gläser hatten. Denn diese musste nun sehr viel präziser erfolgen als bei Bifokalgläsern. Augrund der verschiedenen Startschwierigkeiten wurden bis 1960 lediglich 30.000 Gleitsichtgläser verkauft.
Der Markt wird bereitet
Bei Essel war man von Beginn an fest überzeugt von der Produktinnovation und setzte alles daran, Industrie, Augenoptiker und Brillenträger davon zu überzeugen. Gemeinsam mit Universitäten wies das Unternehmen die Stärken der Varilux Gleitsichtgläser nach und informierte umfassend über die korrekte Messung und Einpassung. Wichtige Pionierarbeit, die den großen Erfolg dieser bahnbrechenden Erfindung erst möglich machte. Bis die Idee des Gleitsichtglases die hartnäckigsten Vorurteile überwunden hatte, dauerte es etwa 10 Jahre: 1969 stiegen die Verkaufszahlen auf mehrere Millionen. In den Siebzigern setzte sich Varilux schließlich weltweit durch.
Das Gleitsichtglas prägt eine ganze Branche
Mit dem Varilux Gleitsichtglas hat Essilor ein für die gesamte Branche immens wichtiges Geschäftsfeld erschlossen. Gleitsichtgläser sind für Augenoptiker und Hersteller der Produktbereich mit den größten Umsätzen, den höchsten Margen und der stärksten Innovationskraft. In Deutschland sind heute fast 27 Prozent der verkauften Brillengläser Gleitsichtgläser – Tendenz steigend. Und nicht zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Nachfrage weiterhin stark wachsen. Varilux führt den Markt der Gleitsichtgläser nach wie vor an: Weltweit gibt es heute 300 Millionen Varilux Träger – und jede Minute kommen 15 weitere hinzu.
Varilux: Innovation bleibt der Maßstab
Varilux ist „das Original“, und zugleich ist es über all die Jahre eine junge Marke geblieben. Die große Stärke der Varilux Gläser ist, dass sie zu jeder Zeit innovativ waren. Bis heute bietet jede neue Varilux Generation zusätzliche Vorteile und mehr Sehkomfort für presbyope Brillenträger. Der Augenoptiker kann mittlerweile jedem Kunden ein Glas anbieten, das seinen Bedürfnissen genau entspricht. Das Spitzenglas Varilux Ipseo New Edition ist zum Beispiel die ideale Empfehlung für Alterssichtige mit höchsten Ansprüchen, das Einstiegsglas Varilux Starter für junge Presbyope und Varilux Computer für all jene, die viel am PC arbeiten und ihre Augen dabei optimal unterstützen möchten.
Doch die kontinuierliche Entwicklungstätigkeit betrifft nicht nur die Gläser selbst, sondern hat die ganzheitliche Unterstützung der Augenoptiker zum Ziel. Ein gutes Beispiel ist das integrierte Anpass- und Beratungssystem Visioffice. Es liefert schnell und einfach präzise Messdaten – darunter alle Parameter für die hochwertigen individualisierten Gleitsichtgläser – und bietet darüber hinaus vielfältige Funktionen für das erfolgreiche Verkaufsgespräch.