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Varilux Pionier der ersten Stunde 
 

[Januar 2009] Varilux Spezialisten der allerersten Stunde

Ein echter Gleitsichtglas-Pionier: Optiker Kurtze aus Hamburg

Vor 50 Jahren wurde das Varilux Gleitsichtglas erfunden – damals ein kühnes und in der Fachwelt stark umstrittenes Konzept. Doch schon in der Anfangszeit gab es Augenoptiker, die an das Gleitsichtglas glaubten und sich aktiv dafür einsetzten, es bekannt zu machen und zu etablieren. Zu diesen Pionieren gehörte auch Augenoptikermeister Helmut Kurtze. Der gebürtige Potsdamer kam nach dem Krieg nach Hamburg und übernahm dort die Geschäftsführung eines Notgeschäfts für Augenoptik, das ein im Krieg zerstörtes Fachgeschäft ersetzte. Er zog mehrmals mit dem Betrieb um und landete 1953 schließlich im Eimsbütteler Heussweg 10, wo er bis zum endgültigen Ruhestand am 31.12.2007 ein Geschäft für Augenoptik und Foto führte. Mehr als 50 Jahre lang war auch sein Neffe Werner Rataj, selbst Augenoptikermeister, Teil des Unternehmens „Optiker Kurtze“.

Gleitsichtglasstart 1959 mit Varilux 1
Von Anfang an waren umfangreiches Fachwissen und höchste Präzision in der Brillenanpassung kennzeichnend für Optiker Kurtze. Da Helmut Kurtze selbst unter Sehschwächen leidet, die nicht einfach zu korrigieren sind, setzte er sich schon aus eigenem Interesse immer intensiv mit der Refraktion und mit den Innovationen der Brillenglasindustrie auseinander. So wurde er selbst, gemeinsam mit Werner Rataj und Vertretern von Essel, später Essilor, zu einem Pionier in der Augenoptik. Schon 1959 schloss er mit dem Unternehmen Emil Ehinger, der deutschen Generalvertretung von Essel, einen Vertrag über die Abnahme der ersten Gleitsichtgläser, Varilux 1, ab.

„Damals herrschte bei den Kollegen die größte Skepsis gegenüber Gleitsichtgläsern“, erinnert sich Helmut Kurtze. „Auch die Augenärzte haben vielfach dagegen gewettert – zum Teil noch bis in die 80er Jahre hinein.“ Natürlich waren die frühen Gleitsichtgläser noch weit weniger leicht verträglich als die heutigen, und einige Brillenträger hatten erhebliche Schwierigkeiten mit ihnen. „Da gab es stürzende und verzerrte Linien – wobei diese Effekte von Brillenträger zu Brillenträger sehr unterschiedlich wahrgenommen wurden“, so Kurtze. Das Sehen entsteht ja nicht nur im Auge, sondern zu einem wesentlichen Teil auch im Gehirn. Und so gab es durchaus Kunden, die nie ein Problem mit den Gläsern hatten. Andere taten sich zunächst schwer, doch als sie sich an die Gläser gewöhnt hatten, verschwanden die Schwierigkeiten ganz plötzlich, von einem Moment auf den anderen.

Tiefe Fachkenntnis und überzeugende Beratung
Selbstverständlich gehörte Helmut Kurtze selbst zu den Gleitsichtglasträgern der ersten Stunde. Darüber hinaus bot sich sein Hobby als Versuchsfeld für die neue Technologie an: Der begeisterte Turniertänzer versorgte Sportsfreunde mit Gleitsichtgläsern und konnte feststellen, dass sich die Gläser vielfach auch beim Tanzen bewährten – trotz der schnellen Bewegungen und Richtungswechsel, die diesen Sport auszeichnen. Zudem pflegte Helmut Kurtze stets intensiven Erfahrungsaustausch mit anderen Varilux Pionieren. „Da wir sehr präzise gemessen und eingepasst haben, hatten wir einen hervorragenden Ruf als Gleitsichtglas-Spezialisten. Unsere Kunden haben uns vertraut, und so haben sie sich auch auf innovative Produkte eingelassen, wenn wir sie ihnen empfohlen haben.“

Eine eingehende Beratung gehörte selbstverständlich immer zum Service. Sie sei entscheidend, um den Kunden die bestmögliche Lösung bieten zu können, betont Helmut Kurtze. „Wir haben alles für unsere Kunden getan, wir haben sie überzeugt und von vorne bis hinten bemuttert.“ Dabei habe er auch auf Demo-Tools zurückgegriffen, da sie die Wirkung der einzelnen Gläser sehr anschaulich vermittelten, so Kurtze.

Lange Beziehungen zu Kunden und Hersteller
Das große Engagement wurde gewürdigt: Viele Kunden kamen und blieben. Einige von ihnen Jahrzehnte lang. Viele brachten die ganze Familie mit, so dass sich die Treue zu Optiker Kurtze von Generation zu Generation weitervererbte. Auch Menschen, die aus Hamburg weggezogen waren, kamen zum Teil nach wie vor zu ihrem Stammoptiker. So kam es, dass manche Kunden über die Jahre insgesamt 25 Brillen bei Optiker Kurtze kauften. Essilor war dabei stets ein enger Partner. „Wir haben immer mal wieder andere Glashersteller ausprobiert, aber das hat nicht geklappt“, erklärt Helmut Kurtze. „Unsere Ansprüche wurden nicht erfüllt, wir mussten zu viel reklamieren.“ Dann fügt er noch ein Riesenlob für Essilor hinzu: „Mit dem richtigen Partner macht unser Beruf großen Spaß. Essilor hat uns nie hängen lassen.“


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